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Veröffentlicht am 21. März 2026 • 9 Min. Lesezeit

Promille vs. mg/l: Die Umrechnung für die Polizei-Kontrolle

Die Polizei hält Sie an, bläst Sie an – und das Gerät zeigt „0,25 mg/l". Sind Sie jetzt über dem gesetzlichen Limit oder nicht? Viele Fahrer wissen in diesem Moment nicht, was dieser Wert bedeutet. Dabei ist die Antwort einfach, wenn man die Zusammenhänge kennt: 0,25 mg/l Atemalkohol entsprechen 0,5 Promille Blutalkohol.

Der Unterschied zwischen den beiden Einheiten ist ein häufiger Irrtum – und ein wichtiger. Denn Polizeigeräte messen in mg/l Atemluft, während die Gesetze und der Bußgeldkatalog in Promille (‰) Blutalkohol formuliert sind. Wer den Unterschied nicht versteht, versteht seinen Messwert nicht.

Berechnen Sie Ihren Blutalkoholgehalt in Promille:

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Was bedeuten Promille und mg/l?

Promille (‰) – auch als BAK (Blood Alcohol Concentration) oder BAC bekannt – beschreibt den Anteil von Alkohol im Blut. 1,0 Promille bedeutet: In 1.000 ml Blut sind 1 ml reiner Alkohol gelöst (bzw. 1 Gramm pro Kilogramm Blut, da Blut eine Dichte von ca. 1,0 g/ml hat).

mg/l beschreibt die Konzentration von Alkohol in einem Liter Atemluft: Milligramm Alkohol pro Liter ausgeatmete Luft. Dieser Wert wird von Atemalkoholtestgeräten (z. B. Dräger Alcotest) direkt gemessen.

Die Umrechnungsformel

Der Zusammenhang zwischen beiden Einheiten basiert auf dem sogenannten Blut-Atem-Verhältnis, das in Deutschland gesetzlich auf 1:2000 festgelegt ist:

Blutalkohol (‰) = Atemalkohol (mg/l) × 2

Atemalkohol (mg/l) = Blutalkohol (‰) ÷ 2

Konkrete Umrechnungstabelle:

Wie der Dräger Alcotest funktioniert

Das bekannteste Atemalkoholtestgerät in Deutschland ist der Dräger Alcotest, derzeit überwiegend das Modell 9510 (amtlich zugelassen). Es misst Atemalkohol durch zwei simultane Messprinzipien:

Infrarotspektroskopie (IR)

Ethanol absorbiert Infrarotstrahlung bei einer spezifischen Wellenlänge (9,5 Mikrometer). Das Gerät misst, wie viel Infrarotlicht die Atemprobe absorbiert, und errechnet daraus die Ethanolkonzentration. Dieses Verfahren ist präzise und spezifisch für Ethanol.

Elektrochemische Brennstoffzelle

Zusätzlich wird der Alkohol in der Atemluft elektrochemisch oxidiert. Die entstehende Spannung ist proportional zur Alkoholkonzentration. Dieses Doppelmessverfahren macht das Gerät sehr zuverlässig und schützt vor Fehlmessungen durch andere Substanzen (z. B. Lösungsmittel aus der Mundschleimhaut).

Das Ergebnis wird in mg/l ausgegeben. Der Mittelwert aus zwei Messungen (mit mindestens 2 Minuten Abstand) gilt als amtlicher Wert. Das Gerät muss regelmäßig von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) geeicht sein.

„Das Dräger Alcotest 9510 ist ein zuverlässiges Gerät, das unter ordnungsgemäßen Bedingungen sehr genaue Werte liefert. Messunsicherheiten werden durch den gesetzlichen Sicherheitsabschlag berücksichtigt."
– Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), Zulassungsbericht Alcotest 9510

Atemtest vs. Bluttest: Was ist genauer?

In Deutschland gilt: Der Atemalkoholtest ist rechtlich als Beweismittel anerkannt – aber nicht in jedem Fall abschließend. Die Blutprobe aus einer Vene gilt weiterhin als die präziseste Methode.

Wichtig: Wer den Atemtest verweigert, gibt der Polizei keine Handhabe für eine sofortige Auswertung – aber die Verweigerung selbst kann als belastendes Indiz gewertet werden, und die Polizei kann anschließend eine Blutentnahme anordnen. Im Zweifel kooperieren und die Messung akzeptieren.

Ihre Rechte bei einer Polizeikontrolle in Deutschland

Wenn Sie für einen Atemalkoholtest angehalten werden, gilt Folgendes:

Wann ordnet die Polizei eine Blutentnahme an?

Eine Blutentnahme kann angeordnet werden, wenn:

Externe Quellen: Polizei.de – Verkehrskontrollen, ADAC – Alkohol im Straßenverkehr

Wissen Sie, wie hoch Ihr Wert in Promille ist? Berechnen Sie es hier:

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Gesetzliche Grenzen: Alle Werte im Vergleich

Zur Übersicht: Die relevanten gesetzlichen Grenzwerte in Deutschland, jeweils in Promille (Blut) und mg/l (Atem):

Mehr zu den Konsequenzen und Bußgeldern: Bußgeldkatalog 2026: Alkohol am Steuer. Details zum Führerscheinentzug: Führerscheinentzug ab 1,1 Promille. Und wie lange Alkohol im Körper bleibt: Promillerechner 2026: Abbauzeit.

„Die Verknüpfung von Atemtest und Blutprobe ist in Deutschland rechtlich klar geregelt. Wer die Einheiten kennt, kann seinen eigenen Wert besser einschätzen – und im Zweifel die richtige Entscheidung treffen."
– Prof. Dr. Gisela Biehl, Rechtswissenschaftliche Fakultät Köln, Verkehrsrechtsseminar 2024

Häufige Fragen

Was bedeutet 0,25 mg/l beim Atemtest?

0,25 mg/l Atemalkohol entsprechen genau 0,5 Promille Blutalkohol – das ist die gesetzliche Fahrgrenze in Deutschland für reguläre Kfz-Fahrer. Bei diesem Wert beginnen die Konsequenzen des Bußgeldkatalogs: 500 Euro, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot (Erstverstoß).

Wie rechnet man Promille in mg/l um?

Die Formel: Promille (‰) geteilt durch 2 ergibt mg/l Atemalkohol. Umgekehrt: mg/l mal 2 ergibt Promille. Beispiel: 1,1 Promille ÷ 2 = 0,55 mg/l. Das Verhältnis basiert auf dem gesetzlich festgelegten Blut-Atem-Verhältnis von 1:2000.

Kann ich den Atemalkoholtest anfechten?

Ja, unter bestimmten Umständen. Wenn das Gerät nicht korrekt geeicht war, der Test nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde, oder wenn ein nachfolgender Bluttest einen wesentlich anderen Wert ergibt, kann das Atemtestergebnis vor Gericht angefochten werden. Ein Fachanwalt für Verkehrsrecht kann helfen.

Was passiert, wenn ich den Atemtest verweigere?

Die Polizei kann dann eine Blutentnahme anordnen (§ 81a StPO). Die Verweigerung selbst ist keine Straftat, wird aber als belastendes Indiz gewertet. Am Ende führt sie meist zu einem genaueren Ergebnis als der Atemtest – kein Vorteil für den Fahrer.

Wie oft kontrolliert die Polizei in Deutschland auf Alkohol?

Genaue bundesweite Zahlen schwanken, aber die Polizeiliche Kriminalstatistik und Berichte der Länder zeigen, dass jährlich mehrere Millionen Fahrzeugführer kontrolliert werden. Besondere Schwerpunktaktionen finden regelmäßig zu Silvester, Karneval, Volksfesten und an Wochenendnächten statt.

Gilt der Atemtest auch für Radfahrer?

Ja. Auch Radfahrer können von der Polizei per Atemtest kontrolliert werden. Ab 1,6 Promille (0,80 mg/l) ist Fahrradfahren eine Straftat. Bereits ab 0,3 Promille kann bei Ausfallerscheinungen eine relative Fahruntüchtigkeit vorliegen. Wer mit dem Rad betrunken fährt, riskiert auch seinen Kfz-Führerschein.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine Rechtsberatung. Alle Angaben basieren auf dem deutschen Straßenverkehrsgesetz (StVG) und dem Bußgeldkatalog Stand 2026. Fahren Sie niemals unter dem Einfluss von Alkohol.